Jeder Bürger der schon einmal im öffentlichen Dienst für Los Santos tätig war, wird früher oder später bereits über den Begriff “Korruption” gestolpert sein. Doch die Wenigsten scheinen sich ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben, denn anders kann ich es mir kaum erklären wie Ereignisse wie das Folgende zu Stande kommen: 

Spät nachts, beinahe schon eher früh morgens, erhielt ich einen Anruf von meinem Kollegen, in dem er mir eine wirklich unfassbare Szene schilderte die er nur Minuten zuvor beobachten durfte. Eine Polizeistreife hielt am Straßenrand eine einzelne Person, seines Zeichens Rang 0 des Krankenhauses, an. Was zunächst wie eine normale Verkehrskontrolle schien, nahm eine überraschende Wendung als an der Person über 80 Verbandskästen sichergestellt wurden. Auf das gute Zureden des hinzugerufenen FIBs hin gestand sie schließlich, diese nicht etwa im 24/7 käuflich erworben, sondern viel eher vom Arbeitsplatz entwendet zu haben mit der Absicht diese an Freunde und Bekannte weiterzuverkaufen. 

Ein klarer Fall von Korruption, wie mir auch später nochmals von einem Beamten des Polizeireviers bestätigt wurde, auch wenn die Anklage in diesem spezifischen Fall dank eines Deals und Geständnisses NICHT verhängt wurde. Dennoch kam ich ins Grübeln darüber, wie leichtfertig manche Leute offenbar bereit sind Korruption zu begehen nur um sich einige Dollar dazuzuverdienen und stellte mir die Frage ob sich das Ganze wirklich lohnt. Ein Besuch beim Polizeirevier sollte mir Aufschluss darüber geben.

Der Leiter der Presseabteilung des Polizeireviers sowie ein Mitarbeiter der Korruptionsabteilung des Federal Investigation Bureaus waren überaus bemüht mir meine Frage bestmöglich zu beantworten. Und schließlich kam ich zu dem bombenfesten Schluss, nein tut es nicht. Korruption als “einfachen” Weg zur Selbstbereicherung anzusehen funktioniert vielleicht in der Theorie, aber nicht in der Praxis. Nicht nur, dass in Folge einer Anklage die direkte Auflösung des Dienstverhältnisses sowie 150 000$ Geld- und 70 Monate Haftstrafe auf einen warten, sondern es ist auch sehr wahrscheinlich sich dadurch eine Zukunft im Staatsdienst komplett zu verbauen. Doch dazu später mehr.

Ich rede hier bereits die ganze Zeit über diesen einen Begriff: Korruption. Aber was bedeutet das denn jetzt eigentlich genau, wissen wir das überhaupt? Unter diesen Begriff der Korruption fallen nämlich noch viel mehr Bereiche als nur die, wie im Beispiel oben genannte, Entwendung von Staatseigentum. Erklärt wurde mir die ganze Sache von einem Exekutivbeamten wie folgt: Bei einer Anklage wegen Korruption wird man bezichtigt das Arbeitsverhältnis ausgenutzt, und den Beamtenstatus missbraucht zu haben. Dies kann in vielerlei Formen der Fall sein. Die konkreten Vorwürfe die geäußert werden könnten reichen von der Verschleierung von Straftaten über Bestechlichkeit bis hin zu Vorteilsgewährung/Vorteilsgewinnung. Und dabei handelt es sich wirklich um keine Kleindelikte wie mir auch vom Krankenhaus Dortmund bestätigt wurde. Nach eigener Einschätzung des Beamten handelt es sich bei Korruption um eines der schlimmsten Vergehen überhaupt, hintergeht man dabei doch die eigene Behörde und den Staat als Ganzes. 

Und genau deshalb ist es schwer nachdem man einmal Korruption begangen hat, den Weg irgendwann zurück in den Staatsdienst zu finden. Nach meinem aktuellen Informationsstand steht es jeder Behörde, bzw. der jeweiligen Personalabteilung, frei welche Personen sie einstellen möchten, doch überlegt es sich garantiert jeder Arbeitgeber zweimal ob er jemandem Vertrauen schenkt, der bereits einmal eine Staatsbehörde und seine Kollegen hintergangen hat. Langfristig gedacht werden lieber Leute mit sauberer Weste und Akte, in der eine Verurteilung wegen Korruption natürlich vermerkt wird, eingestellt. Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Schritt in die Korruption eindeutig leichtsinnig ist und nie eine gute Idee darstellt. Erst recht nicht mit der bloßen Absicht einfach schnelles Geld machen zu können. 

Die Statistiken der Exekutivbehörden zeigen, dass es im Krankenhaus Dortmund zu deutlich mehr Korruptionsfällen kommt als in den anderen Staatsfraktionen. Doch warum ist das so? Die Antwort so simpel wie traurig: Die hohe Fluktuationsrate der Mitarbeiter, so zumindest die Vermutung des FIB Beamten. Gerade in der jetzigen Zeit gibt es viele Leute, die die Personalnotlage des LSMC ausnutzen wollen. Laut Aussagen des mittlerweile gekündigten Krankenhaus-Mitarbeiters, sei er wohl nicht der einzige Azubi gewesen der sich ab und an ein paar Verbandskästen in die eigene Tasche gesteckt hätte. Leider ist es beinahe unmöglich jeden Fall an Korruption auch nachweisen zu können und die Zahl der Verdachtsfälle, welche bei der Kripo gemeldet werden, ist nochmal um eigenes höher als die Zahl der tatsächlichen Verurteilungen. Gerade für das Krankenhaus oder auch den ADAC oder dem Titty Twister ist es leider nicht möglich so starke Kontrollen auf diesem Gebiet einzuführen, wie es bei den Exekutivbehörden an der Tagesordnung ist und aufgrund der fehlenden Exekutivrechte können auch keine eigenen Korruptionsabteilungen gebildet werden, sondern es obliegt den Personalabteilungen oder der Leitungsebene Verdachtsfälle von Korruption zu sanktionieren oder an das FIB weiterzuleiten.

Daher mein Appell an die Bürger von Dortmund: Helft mit unsere staatlichen Behörden bei der wichtigen Arbeit die sie leisten zu unterstützen, anstatt sie nur ausnutzen zu wollen und damit im Endeffekt anderen Menschen oder auch sich selbst zu schaden.